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Bislang keine Verbesserung in Sicht

Veranstaltung des Paritätischen „Zur psychotherapeutischen Versorgung im Kreis Steinfurt“

(v. l.) MdL Dr. Stefan Romberg (FDP), Brigitte Brockhoff (Psychotherapeutennetzwerk Münster – Münsterland), Hans Siebels (Zulassungsausschuss Psychotherapie Westfalen-Lippe), Karin Jöhring (Regionaldirektorin Signal Iduna IKK), Gebhard Hentschel (Deutsche Therapeuten Vereinigung), Norbert Klapper (Paritätische)

Jetzt müsse gehandelt werden, wenn es mittelfristig zu einer spürbaren Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung im Kreis Steinfurt kommen soll, erklärte Norbert Klapper im Rahmen seiner Begrüßung zu der zweiten öffentlichen Veranstaltung des Paritätischen, in der es um die psychotherapeutische Versorgung im Kreis Steinfurt ging. Dass es um sie im Vergleich zu den Oberzentren Bielefeld und Münster erheblich schlechter bestellt und für die Patienten mit in der Regel unzumutbaren Wartezeiten verbunden ist, bekräftigte Brigitte Brockhoff vom Psychotherapeutennetzwerk Münster – Münsterland.
Um das Sechsfache besser sei die Versorgung in Münster gegenüber dem Kreis Steinfurt. Dem vermochte Karin Jöhring, Regionaldirektorin der Signal Iduna IKK, nicht ohne weiteres zuzustimmen. Wenn ihre Kasse eingeschaltet würde, sei die Vermittlung eines Therapieplatzes binnen 13 Wochen sichergestellt, wenn auch nicht immer innerhalb des Kreises Steinfurt. Selbst 13 Wochen sein meistens viel zu lange, hielt dem Gebhard Hentschel von der Deutschen Therapeuten Vereinigung entgegen. Er beklagte darüber hinaus, dass die Therapieplatz-Vermittlungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung nur alle sechs Monate freie Therapieplätze abfragt. Im Focus der Diskussion standen wie erwartet MdL Dr. Stefan Romberg (FDP) und Hans Siebels, Vorsitzender des Zulassungsausschusses Psychotherapie Westfalen-Lippe. Für seine Bereitschaft, an der Veranstaltung teilzunehmen, bedankte sich Norbert Klapper besonders, sei doch zu erwarten, dass er herbe Kritik einstecken müsse. Das sah Hans Siebels nicht so. Er verwies auf die alleinige Zuständigkeit der Politik in Berlin, die die Verteilung der Therapeuten vorgenommen und woran sich der Zulassungsausschuss konsequent zu halten habe. Die Politik habe allerdings auch insoweit eine Fürsorgepflicht. Von einer Verbesserung der Situation durch die Abgabe eines halben Praxissitzes verspreche er sich nichts, denn von dieser Möglichkeit werde kaum Gebrauch gemacht. Das liege, so die anwesenden Therapeuten, jedoch an der viel zu starren Regelung, wonach der einmal abgegebene halbe Sitz für immer weg sei, obwohl eine Therapeutin, zum Beispiel wegen einer Mutterschaft, ihre Tätigkeit nur für ein paar Jahre einschränken möchte.
MdL Dr. Stefan Romberg unterstützte die Forderung nach einer verbesserten psychotherapeutischen Versorgung im Kreis Steinfurt. Es gehe nicht an, dass seelisch kranke Menschen in der Bundesrepublik schlechter behandelt werden als körperlich erkrankte. Was die Psychotherapeuten anbelange, so müssten sie von einer Reihe von Aufgaben entlastet werden, insbesondere von den zeitraubenden Antragstellungen vor den Behandlungen. Die Landespolitik habe aber keinerlei Zuständigkeit. Dennoch appellierte Norbert Klapper an den Abgeordneten, sowohl auf der FDP-Parteischiene nach Berlin als auch innerhalb der Regierungskoalition in Düsseldorf seinen Einfluss gelten zu machen. Es sei nämlich bekannt, dass trotz Unzuständigkeit und der Tatsache, dass sich Nordrhein-Westfalen in der Abstimmung im Bundesrat der Stimme enthalten habe, Minister Karl-Josef Laumann die CDU in Berlin auf den Pfad gesetzt habe, einschlägige Änderungen bezüglich der Verbesserung der Kinder- und Jugendlichen-psychotherapie durchzusetzen. Es gehe also, wenn man nur wolle.

 



 
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