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Positionen von Lebenshilfe und AfD unvereinbar

„Die Lebenshilfe und die Alternative für Deutschland (AfD) sind unvereinbar.“ Diesen Beschluss fasste einstimmig der Landesvorstand der Lebenshilfe NRW, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW. Anlass war die Rede des Thüringer Fraktionsvorsitzenden der AfD Björn Höcke wenige Tage vor dem Holocaust-Gedenktag, bei dem der Bundestag in diesem Jahr besonders an die die „Euthanasie“-Morde erinnerte. In seiner Rede forderte Höcke eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ und bezeichnete das Holocaust-Mahnmal in Berlin als „Denkmal der Schande“.

Höcke sagte auch, dass die 1985 gehaltene Rede Richard von Weizsäckers eine „Rede gegen das eigene Volk“ gewesen sei. Mit dieser erinnerte der damalige Bundespräsident an das Kriegsende am 8. Mai 1945 und nannte diesen Tag einen „Tag der Befreiung“. Der 8. Mai 1945 sei auch für Menschen mit Behinderung ein Tag der Befreiung gewesen, sagt Uwe Schummer, Landesvorsitzender der Lebenshilfe NRW. Denn Menschen mit geistiger Behinderung seien früh in den Fokus der NS-Rassenideologie geraten. Schummer weiter: „Der samtweiche Umgang der AfD mit ihrem völkischen Flügel, den Höcke anführt, ist mit den Werten und Zielen der Lebenshilfe unvereinbar. Das Fundament der Lebenshilfe NRW ist die Arbeit unseres erst im letzten Jahr gestorbenen Gründers Tom Mutters. Er nahm sich nach dem Ende der NS-Diktatur der verwahrlosten Kinder mit geistiger Behinderung an, die der NS-Tötungsmaschine entkommen waren.“

Wichtige soziale Arbeit


Schummer macht auch auf eine medial weniger beachtete Passage aus Höckes Rede aufmerksam. In dieser bezeichnete der AfD-Mann soziale Organisationen als „immer schneller wachsende Sozialindustrie, die an dieser perversen Politik auch noch prächtig verdient“ und die gemeinsam mit anderen „alten Kräften“ „unser liebes deutsches Vaterland“ auflöse wie „ein Stück Seife unter einem lauwarmen Wasserstrahl“. „Auch diese Sätze zeigen die Unvereinbarkeit zwischen AfD und der Lebenshilfe NRW. Unsere Mitglieder und Mitarbeiter leisten seit vielen Jahren wichtige und sinnvolle Arbeit vor Ort. Sie setzen sich für die Menschen ein und legen keine völkischen oder ethnischen Maßstäbe zugrunde. Sie dienen den Menschen und ihren individuellen Bedürfnissen und sorgen für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderung selbstverständlich teilhaben“, macht Schummer deutlich und verweist außerdem auf das NRW-Landtagswahlprogramm der AfD und die darin enthaltene Positionierung zum Thema Inklusion. Darin erkläre sie die Arbeit, für die sich die Lebenshilfe seit über 50 Jahren einsetzt als „ideologischen Irrweg“. Schummer: „Das widerspricht unserer Idee einer Gesellschaft, in der Teilhabe statt Ausgrenzung gelebt wird. Wer Inklusion als ‚ideologischen Irrweg‘ diskreditiert, will Menschen mit Behinderung wieder an den Rand der Gesellschaft schieben und verstecken.“

 



 
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