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Arbeitslosenreport

Der aktuelle Arbeitslosenreport der Freie Wohlfahrtspflege NRW unter Beteiligung des Paritätischen NRW liegt vor. Er belegt: Seit 2009 wurde die öffentlich geförderte Beschäftigung für Menschen im Hartz-IV-Bezug drastisch reduziert. Bundesprogramme gehen an den Bedürfnissen der Zielgruppe vorbei.

Knapp 771.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen gelten als Langzeitleistungsbeziehende. Sie sind zur Sicherung ihres Lebensunterhalts dauerhaft auf Hartz IV angewiesen. Doch nur weniger als die Hälfte von ihnen (rund 296.000) tauchen in der Statistik der Langzeitarbeitslosen auf. Denn sobald Langzeitleistungsbeziehende ihre Arbeitslosigkeit unterbrechen, zum Beispiel aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit oder weil sie an einer Arbeitsmaßnahme teilnehmen, gelten sie von neuem zwölf Monate lang nur als arbeitslos, obwohl sich an ihrer Langzeitarbeitslosigkeit nichts verändert hat. So verschleiert die statistische Kennzahl „Langzeitarbeitslose“ das Ausmaß der Sockelarbeitslosigkeit und die steigende Zahl der Langzeitleistungsbeziehenden von Hartz IV. Öffentlich geförderte Beschäftigung soll den Betroffenen ermöglichen, Anschluss an das Berufsleben zu halten und soziale Teilhabe zu erfahren. Ein ausschlaggebendes Zugangskriterium für öffentlich geförderte Beschäftigung ist Langzeitarbeitslosigkeit. Das hinterfragt die Freie Wohlfahrtspflege NRW. Sie fordert, die Förderaktivitäten der Jobcenter grundsätzlich für alle erwerbslosen Menschen im Hartz-IV-Bezug zu verstärken.

Wichtige Chancen

In einer Gesellschaft, die der Erwerbsarbeit hohe Bedeutung zumisst, müssen Langzeitarbeitslose neben materiellen auch gravierende soziale und psychische Probleme bewältigen. Eine Belastung, nicht nur für den Einzelnen, sondern häufig für die ganze Familie. Gerade den Menschen, die nicht unmittelbar wieder in eine Beschäftigung am konventionellen Arbeitsmarkt vermittelt werden können, bietet ein geförderter Arbeitsplatz wichtige Chancen. Im Jahr 2009 nahmen in NRW im statistischen Durchschnitt 66.831 Personen an Maßnahmen öffentlich geförderter Beschäftigung teil. Heute, 2017, ist diese Zahl auf weniger als die Hälfte geschrumpft; sie lag zuletzt bei 28.793. Dagegen verfestigte sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen und Langzeitleistungsbezieher auf hohem Niveau. Das Einschmelzen öffentlich geförderter Beschäftigung ist für die Freie Wohlfahrtspflege NRW der falsche Weg. Sie hat die Erfahrung und den wissenschaftlichen Beleg, dass gut gemachte Programme wie die ESF-kofinanzierte „Öffentlich geförderte Beschäftigung NRW“ enorme positive Effekte haben. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW appelliert daher an die Landesregierung das Programm auszuweiten und weiterzuentwickeln, zum Beispiel durch eine Öffnung auch für private Arbeitgeber.

 



 
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