Gruppenfoto vor jfd Schild mit Logo

Andrea Stullich besucht Jugend- und Familiendienst e. V.

Landtagsabgeordnete bekommt Einblick in Strukturen und Arbeit des jfd

Rheine. Einen Einblick in die Strukturen und die Arbeit des Jugend- und Familiendienstes e. V. (jfd) verschaffte sich jetzt die Landtagsabgeordnete Andrea Stullich. Ein Schwerpunktthema bei ihrem Besuch waren dabei die Aufgaben des Arbeitslosenzentrums und der Erwerbslosenberatungsstelle. Dort an der Breiten Straße begann der Rundgang, an dem auch der Kreisvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Norbert Klapper, teilnahm, der den Besuch der Abgeordneten angeregt hatte.

Jfd-Vorsitzender Jörg Klüter gab einen kurzen Überblick über den Aufbau des jfds. Gegründet wurde er 1980 als „Wohnzimmerverein“ mit einigen Ehrenamtlichen, wie jfd-Geschäftsführerin Birgitt Overesch schmunzelnd feststellte. Hauptsächlich war er mit den Themen Jugendhilfe und Bildung beschäftigt. „Mittlerweile sind wir auf 310 Mitarbeiter und etliche Referenten und Ehrenamtliche angewachsen“, betonte sie. Und sind breit aufgestellt, was die verschiedenen Tätigkeitsfelder und Fachbereiche angeht.

Der Fachbereichsleiter Qualifizierung, Winfried Krake, erläuterte Andrea Stullich die Bedeutung der Erwerbslosenstelle. „Wir sind unabhängiger Partner; unsere Zielgruppe sind Erwerbslose und von Erwerbslosigkeit Bedrohte sowie Flüchtlinge und Migranten, denen wir beratend, erklärend, begleitend und lotsend zur Seite stehen“, sagte er. Im Zeitraum 22. Februar 2018 bis 22. Februar 2019 waren das immerhin 882 Ratsuchende, davon 237 mit Migrations- oder Fluchthintergrund. „Und die Tendenz ist steigend“, fügte er hinzu. Seine Kollegin Elke Bücker und er sehen sich als Mediatoren zwischen dem Sachbearbeiter und den Arbeitslosen. Oder wie Krake es ausdrückte: „Wir unterstützen die Leute bei der Organisation von sich selbst.“ Deswegen haben sie die Sorge, dass die Förderung der Erwerbslosenberatungsstelle zum Dezember 2020 ausläuft und die Sicherung des Lotsenangebotes dann nicht mehr gewährleistet sei. Andrea Stullich zeigte Verständnis und sagte, nach ihrer Kenntnis habe NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann noch keine endgültige Entscheidung darüber getroffen, die Erwerbslosenberatungsstellen und Arbeitslosenzentren ab 2021 in der ESF-Förderung nicht mehr zu berücksichtigen. Sie versprach, dem Minister die Sorgen der Rheiner Beratungsstelle vorzutragen.

Mit dem Ortswechsel zur Bildungsstätte an der Wadelheimer Chaussee lernte sie anschließend den Ur- und Hauptstandort des jfd kennen. Dort hatten die Fachbereichsleiter die Möglichkeit, ihre Bereiche vorzustellen, von der Jugendhilfe/Schule mit offener Ganztagsschule, Projekten, Ferienbetreuung, offenem Jugendtreff, den Bildungs- und Teilhabelotsen über die Bildungsstätte mit Familien-, Weiter- und beruflicher Bildung und den Loslösegruppen bis hin zur  Hauswirtschaft/Service mit dem großen Schwerpunkt Schul- und Kita-Verpflegung. Die Kapazitäten der jetzigen Produktionsstätten sind am Limit, so dass eine neue Zentralküche in der Kaserne in der Gartenstadt Gellendorf eingerichtet wird, die am 1. August in Betrieb gehen soll.

Dann kam mit Nicole Hegemann und Mareike Janßen der zweite Themenschwerpunkt zur Sprache – Stichwort „Antragsdschungel“. Die beiden Fachbereichsleiterinnen, die für die demnächst 14 Kindertagesstätten sowohl in der Stadt Rheine als auch im Kreis Steinfurt zuständig sind, berichteten über zum Teil absurde Antragsanforderungen und Änderungen der Formulare für die Ausstattung der Kitas. Sie bedauerten, dass es keinen Katalog oder keine Liste gebe, an der man sich entlang hangeln könne. Das machte Andrea Stullich nachdenklich. „Ab dem Kindergartenjahr 2020/21 werden jährlich zusätzlich über 1,3 Milliarden Euro an Landes-, kommunalen und Bundesmitteln in die Kindertagesbetreuung investiert, um die Kindertagesbetreuung zu verbessern, und auch Entbürokratisierung ist unser großes Ziel, aber wenn ich das alles von Ihnen höre, sehe ich, dass das noch nicht gelingt“, meinte sie und sagte zu, auch dieses Problem an geeigneter Stelle vorzutragen.

„Ich finde es großartig, was Sie hier leisten“, wandte sie sich abschließend an alle und musste zugeben, dass sie vorher nicht gewusst habe, wie breit gefächert das Angebot des jfd sei. „Ich bin beeindruckt“, stellte sie fest, bevor es zum gemeinsamen Mittagessen und somit zum weiteren Austausch ging.

Bild:
Gaben Landtagsabgeordneter Andrea Stullich (dritte von links) einen Einblick in die Strukturen und die Arbeit des jfd: Fachbereichsleiterin Jugendhilfe/Schule Corina Friedrichs; Fachbereichsleiterin Kindertageseinrichtungen Mareike Janßen; Fachbereichsleiterin Hauswirtschaft/Service Barbara Krull; jfd-Geschäftsführerin Birgitt Overesch; Fachbereichsleiterin Kindertageseinrichtungen Nicole Hegemann; Vorsitzender Jörg Klüter; Fachbereichsleiterin Bildungsstätte Inga Kroening; Kreisvorsitzender Paritätischer Wohlfahrtsverbund Norbert Klapper und Fachbereichsleiter Qualifizierung Winfried Krake (von links).