Abgebildet sind: Sozialdezernent Tilman Fuchs, Bärbel Brengelmann-Teepe, Norbert Klapper

Paritätischer bei Kreissozialdezernent T. Fuchs

Absurd: Darf der Rettungsdienst nicht helfen?

Ihren Antrittsbesuch als Geschäftsführerin der Kreisgruppe Steinfurt des Paritätischen stattete Bärbel Brengelmann-Teepe  Kreissozialdezernent Tilman Fuchs im Kreishaus ab. Die Begegnung bot verabredungsgemäß zugleich Gelegenheit, zwei der Themen anzusprechen, die auf der Agenda des Paritätischen stehen, weshalb auch Norbert Klapper, Vorsitzender des Paritätischen, mit an Bord war.

Einig war man sich sofort dahingehend, dass die bekanntgewordene Kritik des Paritätischen
bezüglich der Kurzzeitpflege – auch – im Kreis Steinfurt berechtigt ist. Herr Fuchs kündigte
an, das in den entsprechenden Gremien zu thematisieren. Bärbel Brengelmann-Teepe: „ Ich
möchte nochmals unseren Vorschlag unterstreichen, im Interesse Betroffener eine kreisweit
einheitliche Telefonnummer einzurichten, unter der freie Plätze – so vorhanden - erfragt
werden können.“

Erörtert wurde auch der Einsatz des Rettungsdienstes in Fällen, in denen von vornherein
die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ein Transport ins Krankenhaus womöglich nicht erfolgt,
zum Beispiel im Falle eines häuslichen Unglücksfalles einer körperbehinderten Person, die zu
Fall gekommen ist und weder allein, noch mit Hilfe anderer aufstehen kann, weil sie nicht zur
Verfügung stehen. In derartigen Fällen macht sich zwar grundsätzlich strafbar, wer helfen
kann, es aber nicht tut. Wer denkt da nicht an den Rettungsdienst? Der Paritätische hat
festgestellt, dass vom Rettungsdienst kreisweit ganz unterschiedlich verfahren wird. Zum
Teil wird ohne Diskussion geholfen, zum Teil wird erklärt, der Rettungsdienst dürfe nicht
helfen, weil er einen Einsatz des Krankentransportwagens nicht abrechnen kann, wenn er
nicht im Krankenhaus endet. Norbert Klapper:“ Dass zwar jedermann zur Hilfeleistung
verpflichtet ist, aber der Rettungsdienst das nicht dürfen soll, ist völlig absurd.“ Insoweit
verabredete man, sich gemeinsam um eine Klärung zu bemühen, wobei eine Klarstellung im
Rettungsgesetz des Landes NRW eine Lösung ist, aber ist die wirklich nötig? Norbert Klapper:
“ Während meiner Tätigkeit im Polizeivollzugsdienst hätten wir nicht eine Sekunde darüber
nachgedacht, ob die Polizei die Hilfeleistung bezahlt bekommt. Auch das ist im Gesetz weder
ausdrücklich vorgesehen, noch erfolgt die Bezahlung; aber dennoch ist die Hilfeleistung nicht
nur erlaubt, sondern selbstverständliche Pflicht.“

Foto: Zum Gespräch trafen sich im Kreishaus (v. l.) Sozialdezernent Tilman Fuchs, Bärbel
Brengelmann-Teepe, Norbert Klapper